Warum es gut ist, bei verschiedenen Provider zu hosten

Hmmmm, wo fang’ ich nur an, wo fang’ ich nur an …

Vergangenen Mai (2005) wurde ich von ein paar Problemen mit einem Provider geplagt. Die Festplatte hat es zerschossen und der hat das, warum auch immer, nicht gebacken bekommen. Damit ich irgendwie vorwärts komme, habe ich natürlich kurzerhand in der Webhostlist (www.webhostlist.de) einen Aufruf gestartet, dass mich die dort vertretenen Provider doch bitte mit Angeboten zu einem benötigten Rootserver beglücken sollen.

Ich bekam reichlich Angebote und die Konkurrenz war hart, doch am Ende sollte es nur einen Gewinner geben! Meine Wahl fiel auf http://www.quarda.net .

Es lief anfangs alles super und ich konnte schon, wie zugesagt, ein paar Stunden später auf den bestellten Server zugreifen.

Da ich ein Nimmersatt bin, startete ich kurz darauf promt noch einmal den gleichen Aufruf, um noch einen Server bei einem anderen Provider zu bestellen. Herr Quarda meldete sich natürlich auch auf diese Anfrage. :-) Ich tröstete ihn damit, dass ich nunmal die Server bei zwei verschiedenen Providern haben möchte, falls einer einmal herumzicken sollte. Er verstand nicht recht, gab sich letztendlich doch geschlagen. Musste er ja auch irgendwie. ;) Und ich fand recht schnell auch den zweiten Provider mit dem für mich passenden Server.

In nicht ganz einem Jahr (Heute ist der 20.März 2006) war an dem Server von Quarda 3 mal (!) die Festplatte defekt. Bei Defekt Numero Uno kam doch tatsächlich noch Herr Quarda selbst ins Rechenzentrum, um sich des Defekts zu entledigen. Bei Puttputt Nr. 2 ließ er schon seine Lakaien springen und bat mich, doch bitte zu warten. Beim 3. Mal dann ließ sich selbst der Techniker genüsslich viel Zeit.

In dem Jahr gab es natürlich noch andere Fehlerchen und da niemand außer mir perfekt ist, kann auch ein Computer einmal versagen. Das Problem war nur, dass die Herren von dem Provider immer länger brauchten, um ihren Hintern in Bewegung zu bringen, um das Problem zu lösen.

Eines schönen Donnerstags schlug erneut der Blitz ein, denn der Server ist wieder einmal verreckt. Ich habe schwer vermutet, dass auch der Support abgedankt hat, denn eine Antwort (und zwar die automatische Mail ;)) auf meine Mail blieb aus.

Die Zeit verging, und verging, und verging, die Sonne ging unter, die Sonne ging auf… nach also einer halben Stunde beschlich mich so langsam ein Gefühl des Unbehagens und ich wollte der Site von Quarda Internet Solutions einmal einen Besuch abstatten. Pustekuchen, denn “Unsere Seite ist vorübergehend wegen Wartungsarbeiten nicht verfügbar. Bitte schauen Sie später wieder vorbei.” Alle anderen Seiten des Quarda-Imperiums waren ebenfalls im Arsch. Was ist da nur passiert?

Als ich so mit meiner Frau darüber sprach und in Selbstlobeshymnen versank, da ich dies durch meine unfassbar brilliant-fantastische Genialität kommen sah, und einen Zweitprovider hatte, geschah es! *Bing* “Abraxas” war online in ICQ. Gott sei Dank…

Abraxas ist übrigens der nette Herr Quarda von Quarda Internet Solutions. Ich schrieb ihn natürlich sofort an und bekam die sagenhafte Antwort, dass es einen Überspannungsschaden gäbe, er nicht wüsste, wie hoch der Schaden sei und welche Daten es zerfetzt habe, und dass ein Techniker schon unterwegs ins RZ sei.” genial…

Ich denke so bei mir - “Mist muss ich wieder warten! aber wie lange kann so ein Stromausfall denn dauern? Ist ja normalerweise alles per USV abgesichert! … !? …. ???? Er sagte was von Schaden nicht abschätzbar und von Datenverlust …. Ohje” Naja abwarten, so schlimm kanns schon nicht sein.

Nach etwa 4-5 Stunden immer noch kein Server - und ich werde langsam unruhig. Denn mittlerweile ist es in DE schon nach 20.00 Uhr. Telefonisch erreicht man da keinen mehr. Im ICQ ist der Abraxas auch nicht mehr online. und die Seiten sind immer noch nicht erreichbar. Was tun?

Nunja, ich arbeite halt einfach mal weiter - wird schon noch etwas passieren. Vielleicht ist es doch etwas größeres!

Während ich so weiter arbeite fällt mir ein, dass ja mein Server immer noch über das Remotelogging die normalen Syslog-Meldungen sendet. Ich ping ihn voller Hoffnung an - nichts! Ich ping mal so auf Verdacht eine IP-Adresse neben meiner an und siehe da: die Antwortet. Noch schnell eine Adresse weiter oben. Hurra auch die antwortet. Schnell ein paar andere IPs aus dem gleichen Netz angepingt. JAAAAAAAA, auch die antworten. Sofort habe ich auch noch die Zusatz-IPs herausgesucht und auch die getestet. Fehlanzeige - nicht erreichbar. Hmmmmmm, was tun!?

Ich setze noch einmal eine Email auf, mit dieser neuen Erkenntnis, und hoffe, dass diese Email durchgeht und ich die erhoffte Antwort erhalte. Leider Fehlanzeige.

Es ist jetzt doch schon sehr spät oder soll man sagen ziemlich früh geworden? Also geh’ ich erst einmal ins Bett. Morgen oder vielmehr nachher schaut alles gleich viel besser aus.

Am Freitag, 17.03., so etwa um 15.00 Uhr wach’ ich auf und der erste Gedanke “Der Server läuft wieder” ….. Ab ins Büro …. Zigarette herausgekramt ….. Feuerzeug in der Hand ….. und Blick auf die Konsole, wo eigentlich der Ping laufen sollte - doch leider kein Ping. Tja, was jetzt!? Guter Rat ist teuer!? Die Zigarette ist mitlerweile an und das Nikotin hilft mir beim Denken. Leider!? Gott sei Dank!? Wie auch immer, mir fällt ein, dass jetzt Freitagmittag ist und in DE ist es auch schon 16.00 Uhr. Mit Glück habe ich noch eine Stunde, mit Pech sind alle schon im Wochenende und der Server steht bis am Montag. Antwortmail von gestern ist auch nicht gekommen und die Seiten sind immer noch weiß oder nicht zu erreichen. Also auch keine Telefonnummer….. Oder doch …. Auf den Rechnungen und den älteren Ticketmails finde ich dann die Nummern und rufe auch gleich einmal an.
Nummer aus der Ticketmail vom 8.2.2006 also gerade einen Monat alt. Ich tippe die Nummer ins Telefon und warte …. Es klingelt ….. Jepp, es meldet sich jemand …. Ich mache dem jungen Mann, der sich mit Quarda meldet sofort klar, um was es geht und fasse mich auch kurz, in der Annahme, dass ich da jetzt den Mann an der Strippe habe, der sich die ganze Nacht - zwar erfolglos, aber doch halt die ganze Nacht, um meinen Server gekümmert hat. Aber weit gefehlt. Er war zwar genauso verschlafen wie ich oder jemand, der eben sich die ganze Nacht um meinen Computer gekümmert hat. Er teilte mir aber mit, dass ich falsch verbunden bin, denn sein Bruder ist umgezogen und wohnt nun in Berlin. Eine Telefonnummer habe er nicht. …. HÄH!?

Naja leicht versöhnlich gibt er mir dann nach einigem nachhaken zumindest die Telefonnummer von seiner Mutter äh sorry von Frau Quarda, die weiß sicher Bescheid - sie arbeitet schließlich mit.

Mit der neuen Nummer bewaffnet, 2 Schluck Kaffee und einer neuen Zigarette nehme ich das Telefon und wähle die Nummer der Mutter, äh sorry von Frau Quarda. Ja und tatsächlich - es meldet sich eine Frauenstimme. Leider aber nicht mit Quarda sondern mit Bauer, Bayer oder was weiß ich. Jedenfalls erklärt mir die Frau am anderen Ende, dass die Frau Quarda bereits Feierabend und nächste Woche Urlaub hat. Naja okay, denke ich … ist die Seniorchefin halt nicht mehr im Haus aber ich habe trotzdem noch jemanden erreicht, die nette Frau kann mir sicherlich weiterhelfen.

Tja, was soll ich sagen!? Klarer Fall von denkste trifft es wohl am besten. Die Firma, die ich da angerufen habe, hat nicht das geringste mit dem Weltkonzern Quarda Internet Solutions zu tun. Die Frau Quarda ist dort zwar bekannt, aber nicht als Chefin, sondern als Angestellte. Also absoluter Griff ins Klo.

Was jetzt? Guter Rat ist teuer!

Nach langem Herumüberlege …… eine Hoffnung gibt es noch. Webhostlist - das ist die Lösung. Da kennt sicher jemanden den Herrn Quarda und seinen Konzern.

Über den Verlauf des Threads kann sich jeder unter dem folgenden Link informieren. forum.webhostlist.de/show/erfahrungen-mit-anbietern/70137-probleme-mit-quarda.html

Wie man dort also nachlesen kann, habe ich mich eben daran erinnert, dass mein Rechner wohl im Netz von Hetzner steht und ich konnte mich auch daran erinnern, dass Herr Quarda das mal erwähnte. Also rufe ich doch mal den Support von Hetzner an.

HeHe, Glück muss der Mensch haben. Einen kurzen Moment später war der Rechner wieder verfügbar und ich konnte darauf zugreifen.

Komisch war natürlcih schon, dass Hetzner da etwas freischalten musste/konnte!? Der Server ist gesperrt!? Das hat mir der Supportmitarbeiter so mitgeteilt und er hat auch dafür gesorgt, dass der Server freigeschalten wird. Und er hat betont, dass der Server am Montag wieder gesperrt wird. Ich soll unbedingt noch einmal anrufen.

Ja das werde ich dann wohl gleich machen ….

Interessant ist noch, dass in der ganzen Diskussion in der Webhostlist ja Herr Quarda aufgerufen wurde, sich zu melden. Offensichtlich hatte keiner eine Telefonnummer von Herrn Quarda …. Oder doch!? ;-)

Jedenfalls war Abraxas übers Wochenende (Samstag, 18.03.) online. Aber leider antwortet er auf meine Nachrichten nicht mehr. Früher hat das super funktioniert ;-), auch im Forum wurde er gesichtet. Aber auch da keine Reaktion.

Tja dann mal abwarten, wie das ausgeht.

Jedenfalls Dank Hetzner konnte ich die Daten von dem Server sichern und die Dienste auf ein paar andere Server verteilen. Der Server ist nun leer und eigentlich bräuchte ich ihn gar nicht mehr und bei Hetzner müsste ich ja eigentlich auch nicht mehr anrufen. Naja - die Neugierde halt ;-)

…. to be continued …

1 Comment so far

  1. You know it on February 12th, 2008

    Interessant was die lieben Kunden von meinem geschätzten Kollegen von damals so alles mitmachen müssen. Was soll ich sagen, Stefan, falls du das hier liest - und ich bin da ziemlich sicher, schließlich bist du doch ein bisschen Geltungssüchtig -, dann lass dir gesagt sein, dass keiner von damals je wieder was mit dir zu tun haben will.

    So verhält man sich nicht Freunden gegenüber. Getätigte Leistungen kann man mit einem gewissen Honorar würdigen. Jemanden ein Wochenende lang ein Angebot schreiben und MockUps machen lassen, dann mit einem Einzeiler abwinken und ein paar Wochen später Teile des Design für seine eigene Webseite zu verwenden, ohne einen Cent zu zahlen, ist schon ziemlich frech.

    Du bist kein Geschäftsmann, Stefan, du bist ein Kameradenschwein.

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